Xilence LiQuRizer LQ240PRO – Test/Review

    Kühlleistung 360 mm Baugröße:

    Zum Test der Kühlperformance der Xilence LiQuRizer LQ240PRO wurde der i5-13600K mit Prime95 im Small FFTs Test (maximum power/heat/CPU stress) mit konstanter Belastung gefordert. Die Tests wurden mit drei Powerlimits gemäß der TDP und PL1/PL2-Limits der Core i7/i9-CPUs durchgeführt: 125 W, 181 W, 253 W und zusätzlich auch noch mit 200 W. Wir simulieren so einen extremen Dauerlastfall, der im üblichen Einsatz selten bis gar nicht auftritt. Jedoch sollte ein Kühlsystem immer so ausgelegt sein, dass es in der Lage ist, die maximal mögliche Abwärme zu kühlen. Die Gehäuselüfter liefen für einen ausreichenden Luftaustausch mit mittlerer Drehzahl. Bei unserem Testsystem gilt es zu berücksichtigen, dass es sich um ein Air-Flow-Gehäuse handelt. Die Temperaturen fallen somit etwas geringer aus als in Gehäusen mit geschlossener Front.
    Zur Erprobung der AiO wurden zunächst folgende Lüfterdrehzahlen festgelegt:

    • 25 % Steuersignal – 500 RPM
    • 53 % Steuersignal – 1.000 RPM
    • 100 % Steuersignal – 1.550 RPM

    Die Drehzahl der Pumpe haben wir zunächst auf die volle Drehzahl von 3.200 RPM eingestellt und dann einen Vergleich mit reduzierter Drehzahl durchgeführt. Dafür haben wir uns für die angegebene Minimaldrehzahl von 2.500 RPM entschieden.

    Die erfassten Temperaturen entsprechen dem arithmetischen Mittelwert aller Kerntemperaturen der P-Cores. Die E-Cores sind unkritisch, da deren Temperatur immer unterhalb derer der P-Cores liegt. Diese wurden mittels HWiNFO64 ausgelesen und aufgezeichnet. Bei den Tests lag die Umgebungstemperatur bei etwa 22 °C.

    CPU-Leistung 253 W:

    Der Test mit einer Leistungsaufnahme von 253 W führt die AiO schon stark an ihre Grenzen, allerdings sollte man hier auch den alten Merksatz 120 mm für 100 W Abwärme bedenken, denn die AiO ist für so eine Abwärme zu klein. Daher ist eher schon beeindruckend, dass die AiO in der Lage ist, die CPU doch so gut zu kühlen, dass bei maximaler Lüfterdrehzahl und auch bei 1.000 RPM keine Drosselung auftritt. Allerdings lag der Durchlauf mit 1.000 RPM nahezu genau auf der Grenze zur Drosselung. Da auch bei 1.550 RPM die Temperatur mit 104 °C doch sehr hoch liegt, ist ein dauerhafter Einsatz bei 253 W nicht zu empfehlen, aber man muss sich auch keine Sorgen machen, wenn Leistungsspitzen bis in diesen Bereich auftreten.

    CPU-Leistung 200 W:

    Bei einer dauerhaften Abwärme von 200 W liegen die Temperaturen schon durchaus in einem besseren Bereich. Mit 87 °C bei 1.550 RPM liegt die CPU durchaus schon in einem vernünftigen Temperaturbereich und auch der Betrieb mit 1.000 RPM und einer Temperatur von 94 °C ist durchaus noch vernünftig. Reduziert man auf 500 RPM erreicht die Temperatur wieder die Schwelle zur thermischen Drosselung, hiervon sollte man also absehen.

    CPU-Leistung 181 W:

    Im nächsten Test haben wir mit 181 W die Standard-Turboleistungsaufnahme eines i5-13600K eingestellt. Dadurch sinkt die Temperatur auf 82 °C bei 1.550 RPM und 88 °C bei 1.000 RPM. Hier sehen wir eine durchaus empfehlenswerte Konfiguration, bei der man die Dauer des Turboboost durchaus unbegrenzt einstellen kann.

    CPU-Leistung 125 W:

    Bei einer Abwärme von 125 W sinken die Temperaturen weiter und wir erreichen nur noch 66 °C bei 1.550 RPM und 70 °C bei 1.000 RPM. Da gibt es nichts zu beanstanden.

    Vergleich der Leistungsaufnahmen.:

    Vergleicht man nun die Temperaturen bei den unterschiedlichen Leistungsaufnahmen miteinander, zeigt sich eine Spannweite von 38 °C bei 1.550 RPM und 40 °C bei 1.000 RPM. Wie bereits weiter oben erwähnt sollte von 253 W als Dauerlast abgesehen werden, die sinnvolle obere Grenze liegt hier bei 200 W (oder den 181 W des Standard-Turbos). Mit Blick auf die CPU wäre, sofern man die CPU ausreizen möchte, der Intel Core i5-13600K die Empfehlung. Auch ein i7-13700K oder i9-13900K lassen sich durchaus gut kühlen, jedoch sollte man hier von einem zeitlich unbegrenzten Turboboost absehen.

    Vergleich der Pumpendrehzahl:

    Ein interessanter Aspekt ist natürlich noch die Auswirkung der Pumpendrehzahl auf die Kühlleistung, da hier natürlich auch eine Möglichkeit zur Reduzierung der Lautstärke liegt. Der Unterschied bei den Temperaturen abhängig von der Drehzahl fällt hier überraschend gering aus. Zum Test haben wir die CPU auf 200 W belastet und die Lüfterdrehzahl auf 1.000 RPM eingestellt. So liegen zwischen einer Pumpendrehzahl von 2.150 RPM und 1.100 RPM gerade einmal etwa 2 °C. Somit ist eine Reduzierung der Drehzahl auf jeden Fall empfehlenswert.

    Zusammenfassung der Tests zur Kühlleistung:

    Einen direkten Vergleich zu einer anderen 240 mm AiO haben wir für das aktuelle Testsystem noch nicht vorliegen, aber der Vergleich mit einer 360-mm- und 420-mm-Baugröße ist auch durchaus interessant, denn die Unterschiede fallen geringer aus, als man erwarten würde. So liegen bei 253 W und maximaler Lüfterdrehzahl der AiO zwischen einer 420 mm großen AiO und der hier getesteten 240 mm großen gerade einmal gute 4,7 °C. Bei 1.000 RPM ist der Unterschied mit 7 °C allerdings deutlicher. Bei 125 W fallen die Unterschiede nochmals geringer aus.

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    Alexander Schaaf
    Seit der Jugend bin ich von PC-Hardware begeistert und habe Systeme in den verschiedensten Hardware-Generationen gebaut. Mit der Zeit kamen dann auch Videokonsolen dazu. Ich bin hier eigentlich in allen Bereich aktiv. Mit einem Schwerpunkt auf Hardware.