Street Fighter V – Test / Review

    Capcom betritt mit Street Fighter 5 endlich die nächste Generation der Prügelspiele.
    Ob der neuste Ableger der Prügelserie ein würdiger Nachfolger ist oder nicht, wird der nachfolgende Test zeigen.
    Der Einstig

    Bevor wir uns dem eigentlich Spiel widmen können, müssen wir uns einem sehr ausführlichen Tutorial unterziehen, welches hauptsächlich für Einsteiger gedacht ist, um ihnen die Basics näher zu bringen. So fängt man mit den leichten Standard Tritten und Schlägen an und arbeitet sich dann langsam zu den mittleren und starken Attacken vor. Jede dieser Attacken muss man erfolgreich abschließen, damit das Tutorial weiter zum nächsten Schritt übergeht. Auch das Blocken und Abwehren von den gegnerischen Angriffen müssen wir hier üben. Zu guter Letzt stehen die besonderen Fähigkeiten und Superangriffe der Charaktere auf dem Übungsplan. Für jeden erfolgreichen Angriff, lädt sich die „V-Gauge“ auf und sobald diese voll ist, können wir unsere Spezialattacken nutzen. Hat man all diese Übungen erfolgreich gemeistert, kann man auch schon den ersten Kampf bestreiten gehen.

    Spielmodi

    Puh, Tutorial geschafft und endlich im Hauptmenü angekommen, haben wir diverse Spielmodi zur Auswahl. Wir werden jeden einzelnen Spielmodus natürlich testen, um einen besseren Gesamteindruck zu erhalten. Wir arbeiten uns also durch den Storymodus, Versusmodus, Survivalmodus, Trainingsmodus und natürlich den Multiplayermodus.

    Der Storymodus fällt aktuell noch sehr schwach aus, denn wir haben hier für jeden der 16 Charaktere nur 2-4 Kämpfe und dann ist die bisherige Story auch schon durchgespielt. In unserem Test hat dies nur knapp eine Stunde Spielzeit in Kauf genommen. Ja und das für alle 16 Charaktere, aber laut Capcom soll sich dies mit dem im März kommenden Update wohl ändern. Wir werden uns, sobald der Patch da ist, die Story noch einmal anschauen.

    Der Versusmodus ist für alle Spieler unter euch gedacht, die mit ihrem Besuch eine kleine Prügelpartie einlegen möchten. Einfach zwei Controller an den PC und schon kann es losgehen. Der Vorteil bei einem Beat’em Up ist natürlich, dass dies ganz ohne Splitscreen auskommt. In unserem Test hat dies sehr viel Spaß bereitet und hat keinerlei Probleme verursacht. Für die Zeit, wo man nicht gerade Besuch hat, muss man den Modus außen vor lassen und sich ggf. ein Onlinematch suchen, aber zu dem kommen wir später noch.

    Im Survivalmodus kommt man jenseits vom Multiplayer schon des Öfteren ins Schwitzen, denn wir haben eine Vielzahl an Möglichkeiten, uns dem Kampf zu stellen. Hier habt ihr 4 verschiedene Schwierigkeitsstufen von Leicht bis Hölle mit denen ihr euch messen könnt. Soviel sei vorweggesagt, auf Hölle ist es echt sehr schwer, wäre ja auch schlimm wenn nicht bei diesem Namen. Hier gibt es auch eine kleine Rangliste, wo ihr für jeden Charakter, den ihr spielt, am Ende eine Übersicht bekommt, wie viele Stages man gemeistert hat und in welcher Zeit. Also für Spieler, die sehr ehrgeizig sind, wenn es darum geht, immer besser zu werden, ist dieser Spielmodus im nicht Onlinemodus wohl der beste Modus in Street Fighter 5.

    Multiplayer

    Der mit Abstand umfangreichste Spielmodus ist der Onlinepart. Zum einen haben wir hier die Freundschaftsmatches, in denen wir fernab vom Rankingsystem gegen Spieler aus aller Welt antreten können, oder z.B. auf Freunde treffen. Zum anderen gibt es den Kampfloungemodus, in denen wir selber eine Lobby erstellen können mit diversen Einstellungen oder aber wir treten einer bereits offenen Lobby bei.

    Natürlich darf für alle erfolgsorientierten Spieler der Rang Matchmodus nicht fehlen, denn hier wird letzten Endes um die Krone gekämpft, was das Zeug hält, leider gibt es aktuell noch minimale Verbindungsprobleme, daher werden wir auch bei dem Test auf die ersten Patches warten, in der Hoffnung, dass die Probleme bald komplett der Vergangenheit angehören. Abgesehen von den kleinen Problemen, ist dieser Modus echt sehr gut gelungen.

    Eine Besonderheit ist das Capcom Fighters Network, hier haben alle Onlinespieler die Möglichkeit, direkte Rivalen zu suchen oder sich schon gespielte Matches im Replay anzuschauen, um z.B. auf Fehlersuche zu gehen, schließlich muss man ja aus seinen Fehlern lernen, mit dieser tollen Funktion habt ihr nun die beste Variante für solch eine Analyse. In eine globale Rangliste könnt ihr hier natürlich auch schauen.

    Die allg. Übersicht der Ranglisten funktioniert tadellos, was man von den Details der gerankten Spieler nicht behaupten kann, denn möchte man sich die Spielerprofile anschauen, scheinen diese noch nicht so richtig dargestellt zu werden. Dies wird auf den Screenshots sehr deutlich.

    Abgesehen von den kleinen Schwächen im Multiplayer, muss man aber gestehen, dass es einen Mordsspaß bereitet, online gegen andere anzutreten.

    Gameplay

    In Puncto Gameplay hat Capcom nicht allzu viele Änderungen vorgenommen, so bleibt die Bewegungsstruktur unverändert, lediglich beim Blocken gibt es eine kleine aber feine Änderung. Im Vorgänger hatte man noch die Möglichkeit, auch im geblockten Zustand einen gewissen Schaden zu erleiden, dies ist im aktuellen Ableger nicht mehr möglich. Auch wurden die Fokus-Attacken vom Vorgänger komplett gestrichen, dafür sind nun die Grundlagentechniken wichtiger geworden. Hier kommt es nun darauf an, präzise Schläge und Tritte ins Ziel zu bringen, die wir in verschiedenen Härtestufen ausführen können. Abgerundet wird das Ganze mit sehr effektiven Kombinationen, aus verschiedenen Kampftechniken.

    Was darf bei Street Fighter natürlich nicht fehlen?, richtig die Special Moves, mit denen ihr extrem ausrasten könnt. Um diese Special Moves ausführen zu können, muss der Charakter eine Special-Leiste anhand von erfolgreichen Angriffen aufladen, ziemlich simples Spielprinzip. Da hat sich zu den Vorgängern auch nicht wirklich was geändert, außer dem Namen, denn diese heißen nun Critical Arts und nicht mehr Ultra Moves.

    Eine Neuerung im Kampfsystem ist die V-Gauge-Leiste. Solltet ihr in einem Kampf viel einstecken, so könnt ihr, sobald die Leiste voll ist, für kurze Zeit einen Angriffs-Boost aktivieren. Jeder der Charaktere hat hierbei natürlich sein völlig eigenen Specialmove, mit dem man durchaus den Kampfverlauf drehen kann. Zusätzlich haben wir noch sogenannte V-Skills mit denen wir, sobald die Leiste voll ist, für den gewissen Schlagabtausch sorgen.

    Im Gesamten ist das Kampfsystem deutlich komplexer geworden als in den Teilen zuvor, auch wenn die Basic’s wesentlich leichter geworden sind, sodass Neulinge keinerlei Probleme haben, sich im Kampf locker einzufinden. Aber als Anfänger sollte man zumindest jeden Charakter erstmal im Storymodus spielen, um herauszufinden welcher am besten zu einem passt. Zum anderen sollte man seinen Charakter gut beherrschen, wenn man sich den Onlinespielern stellen möchte.

    Grafik / Sound

    Die grafische Optik wurde ein wenig verfeinert und gibt dem typischen Comic-Look von Street Fighter 5 das gewisse Extra. Durch das kleine grafische Tuning wirkt alles schicker und plastischer als vorher. Einige Kämpfer haben eine komplette Überarbeitung erhalten und dies kann sich echt sehen lassen. Die Specialmoves haben unglaublich schicke Lichteffekte erhalten und dafür kann man nur Danke sagen.

    Zum Sound kann man nicht viel sagen, außer geil geil geil, die typischen und gewohnten Sprecher sowie fetzige Musikkulisse sorgen für das passende Kampffeeling. Auch die Schläge und Tritte haben ein ordentlichen Bums. Man könnte fast von einem Ohrgasmus sprechen…

    Fazit

    Street Fighter 5 ist für mich einer der besten Ableger der Spielreihe. Kommen wir zuerst zu dem Positiven. Das Kampfsystem ist meiner Meinung nach genau richtig umgestaltet worden und bietet auch Anfängern den perfekten Einstieg. Grafisch bleibt man sich zwar in puncto Comic-Look treu, schraubt aber hier und da ein wenig an der Optik. Die Kämpfe machen unheimlich viel Spaß, vor allen Dingen durch das neue V-Gauge und V-Skills, denn mit den neuen Techniken, werden die Kämpfe viel spannender. Wenn man erst mal drin ist, will man gar nicht mehr aufhören, doch leider muss man ja auch mal schlafen gehen.

    Zu den negativen Aspekten kann man leider doch mehr sagen, als man sich bei so einem Titel wünschen würde. Angefangen von einer Story, die es nahezu nicht gibt, bis hin zu Verbindungsabrüchen bei Multiplayermatches. Dies klingt nicht nach viel, aber schadet dem Spielspaß doch deutlich.

    Sobald die Probleme beseitigt sind, sieht das natürlich alles wieder anders aus. Für die Story gibt es schon eine feste Zusage seitens Capcom, dass diese per kostenlosen DLC nachgereicht wird. Auch wird es 6 neue Kämpfer geben, mit denen ihr euren Spaß haben könnt. Wir sind auf den ersten großen geplanten Patch im März gespannt.

    Nun bin ich knapp 6 Jahre bei game2gether als Redakteur tätig und berichte über aktuelle Spiele und teste diese auch. Die Projektleitung teile ich mir mit meiner Kollegin Kathrin. Mein Hauptaufgabenbereich ist hier die Hardware-Redaktion und das PR-Management. Online erkennt man mich unter dem Pseudonym "eXilitY" oder RaketenJohnny.