Einem Monat nach Release – Overwatch 2 in der Krise?

 

Haben sich die gemüter abgekühlt?

Natürlich machte der Relase von Overwatch 2 Schlagzeilen. Lange Zeit fragte man sich, was die damalige Ankündigung nun mit sich bringe. Viele Stimmen sprachen von Overwatch 1.5, oder nur von einem etwas größerem Patch.
Wenn man sich auf Youtube oder Reddit rumtrieb, gab es ein Haufen von Content Creatorn die das Spiel in Frage stellten. Auch jetzt noch tümmeln sich Videos über Overwatch 2 Kritik im Internet. Tatsächlich scheint sich ein brutales Bild zu ergeben. Guckt selber Mal auf Youtube nach “Overwatch 2 is good” und dann “Overwatch 2 is bad”. Aber wir Menschen neigen ja dazu (und ehrlich gesagt vor allem das Internet und Social Media), negative Emotionen schnell aufzugreifen und uns in diese reinzusteigern. Deswegen ist es wichtig noch einmal genauer zu untersuchen, in was für einem Zustand sich OW2 einem Monat nach Release befindet.

The good the bad the ugly

Zur Veranschaulichung unterteilen wir verschiedene Aspekte die beleuchtet werden müssen.
1. Spielspaß (Spielerzahlen, Langzeit, Motivation, Gameplay)
2. Das Geld
3. Allgemeine Wahrnehmung (esport? Spielerzahlen, PvE games delayen um sie zu finishen)

Good Game, Well Played

Spielspaß selber ist natürlich äußerst subjektiv. Aber es gibt schon ein paar Richtlinien die ein gutes Spiegelbild dessen bilden. Natürlich in erster Linie Spielerzahlen. Blizzard selber postet einen Tweet mit der Nachricht, dass sie 25 Millionen Spieler nach 10 Tagen OV2 zocken. Aber ehrlich gesagt ist das für ein Spiel mit einem solchen Hype und der Free to Play Zugänglichkeit absoluter Mindestwert. Zur Einordnung: Valorant hatte Oktober 22,5 Mil aktive Spieler. In den Statistiken ist auch klar zu erkennen, dass es hier einen Drop gab, der vermutlich OW2 geschuldet ist. Schon jetzt zeigt die Statistik, dass OW2 160k und Valorant 500k aktive Spieler hat. Es zeigt also, viel wichtiger ist bei dieser Art des Konzepts die Laune der Spieler beizubehalten. Und dafür muss das Gameplay dann richtig sitzen.
Die Änderungen wurden unterschiedlich aufgefasst. Allgemein glücklich sind die Leute aber über weniger Stuns, One Shot Abilities und dem einen Tank. Das nimmt frustrierende Schildmania Konzepte aus dem Game. Schließlich hat der Schildsimulator führ lange Zeit für Frustration bei Spielern geführt, die in Matches ein Agreement hatten nur einen Tank zu spielen.

Richtig dicke Dinger

Manche empören sich darüber, dass Tanks nun zu stark seien und zu viel in der Hand eines einzigen lege. Aber ehrlich gesagt sind in unserer Erfahrungen alle anderen Rollen genauso wichtig, was sich vor allem zeigt, wenn man genervt über die Performance einzelner ist, die eben nicht nur der Tank sind.
OW2 ist ein Teamshooter und braucht eben ein funktionierendes Team, dass sich absprechen kann.Vor allem wenn es so hektisch ist. Das Gameplay selber fühlt sich hindes Prima an. Niemand beklagt sich über feelendes waffenfeedback, oder clunky mechanics. Es macht immer noch riesen Spaß durch die Maps zu hüpfen und wie wild zu ballern.

Money makes the world go round:

Witzig ist: OW1 war noch vollpreis mit den eigentlich verhassten Lootboxen, die man jedes Level erhielt. Mit Release von OW2 hingegen wurden diese gestrichen und man will jetzt “Zaster” für einzelne Skins sehen. Auf einmal vermisst jeder Lootbxem.
Hier kostet ein Skin mindestens 20€. Heftig ist, dass alte OW1 Skins jetzt auch nur so erhältlich sind und in einem 4er Bundle zum Beispiel 44€ kostet.
Wie überall gibt es ja jetzt auch den Battlepass, der zwar verglichen niedrigpreisig ist, sich aber nicht refinanziert (Man bekommt keine dadurch keine Währung um sich den neuen zu holen, wenn man nur genug zockt). Falls ihr euch keinen holt, aber trotzdem die neuen Helden spielen wollt (weil diese entweder gerade besonders stark sind, oder einfach nur cool), müsst ihr schon ordentlich Zeit investieren um diese dann auch freizuschalten. Das ist aber ziemlicher Standard im Markt. Hier sind die Rufe nach Pay to Win auch lauter, da die neuen Helden klar stärker scheinen, auch einen Monat nach Release.
Zynische Zungen behaupten: Es wirkt, als ob Blizzard hier versucht ein neues monetizing System einzuführen, eingebettet in einem neuen großen Patch.

Ka-Tsching

Eine Interaktion aus Spielspaß und dem Finanzierungskonzept ist hier auch zu sehen. Nach dem Sieg oder Levelaufstieg fehlt es an einer Belohnung. Man hat sich damals eben doch jedes Mal über die Lootbox gefreut und den Nervenkitzel eines potenziellen Skins.

Big Corp

Zu guter Letzt, muss man sich Blizzard hier als Gesamtmarke anschauen. Man muss zugeben, dass es sich in letzter Zeit durch eine Anhäufung von Skandalen (Die man hier nicht nochmal alle erwähnen muss) in einer PR Krise befindet. Das schlägt sich sicherlich auch auf die Wohlwolligkeit der Spieler aus.
Die finanzielle Situation des Battlepasses war für das Bild des gewinnorientierten Konzerns sicherlich nicht förderlich.
Aber Blizzard war auch immer für genial poliertes Spieldesign bekannt. Und hier muss man eben festhalten, dass der Patch dem Spiel wirklich zugetragen hat. Die Spieler sind über das Gameplay glücklich. Aber neben dem PvP gab es damalas eben auch eine PvE Ankündigung. Auch hier sind Spieler etwas enttäuscht darüber, dass OW2 ohne den CooP Modus erschien, den der hätte sicherlich sehr gut in die schöne Welt der Helden gepasst. Auch hier kreierte das die Stimmung vom Release bevor das Spiel überhaupt ganz fertig ist.

Schön, aber teuer

 

Also was ist jetzt Lage?

Einen Monat nach Release von Overwatch 2 muss man sagen:
Die neuen Helden passen wunderbar in das Gameplay hinein und Queue Zeiten wurden drastisch verringert. Die Schlachten sind kürzer aber erfrischend. Es zieht also noch stärker als sonst zum Drang nochmal eine Runde OW zu zocken und sich im Chaos versinken zu lassen. Das macht richtig Bock. Trotz gutem Feedback der Presse sind die Fans unzufrieden, wie Metacritic Wertungen zeigen.
Kosmetische Änderungen sollten mich nicht mehr belangen, wenn ich nicht will, dass mein Portmonnaie traurig leicht wird. Aber dafür spiele ich OW sowieso nicht.
Bezüglich der PvE Situation, glaube ich, dass wenn diese noch nicht fertig ist, trotzdem nichts gegen den Release von OW2 sprach um das Gameplay zu verbessen, wenn man ihn später einfach als großes Update hinzufügt. Hier wäre es Blizzards Chance zu zeigen, was sie in sich haben und schaffen können um die feste Community weiter zu stärken und das Game am Leben zu halten.

 

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Henning Jansen
Mediengestalter, Drucktechniker, Hauptwerkmeister im Justizvollzug a. D. Aktuell allerdings auf die alten Tage Student. Schwerpunkte: Retro- und Indiespiele, RPGs, Strategie und Action aus SciFi und Fantasy. Hört seltsame Musik und spielt seltsame Spiele (Ja, sogar Textadventures und ASCII-Roguelikes).