Limbo – Test / Review

Seit einiger Zeit macht ein neuer Spieltyp auf sich Aufmerksam: Independent Games. Prügeln sich die großen Publisher um die Krone der besten Grafik und des actionreichsten Gameplays, sind es eben diese Independent Spiele, die all das außer Acht lassen, was man als ungeschriebene Gesetze der Spielebranche betrachten könnte. Bei vielen dieser Independent Spiele steht eine dichte Atmosphäre im Vordergrund. Limbo kann davon ein Lied singen.

 

 

Story

Limbo hat keinerlei Intro und der Spieler wird vom Start weg ohne eine Geschichte mitten ins Spielgeschehen geworfen. Ein Wald, leichtes Vogelgezwitscher und ein kleiner Junge, der plötzlich aufwacht, ohne die kleinste Ahnung zu haben, wo er ist und warum er in diesem Wald gefangen scheint. Fortan steuern wir den silhouettenhaften Knaben mit den kleinen leuchtenden Augen und helfen ihm, einen Weg aus diesem schaudrigen Wald zu finden.

 

Gameplay

Die Steuerung bedarf keiner großen Gewöhnung. Wir lenken den Jungen gewohnt per Analogstick und bedienen uns lediglich 2 Buttons: Springen und Benutzen. Dabei spielt sich Limbo als 2D Sidescroll Game, einen Weg in die dritte Dimension gibt es also nicht. Mit dem Sprung überqueren wir Hindernisse wie Bärenfallen, lassen tiefe Pfützen hinter uns liegen oder springen kleinere Abgründe hinab. Mit dem Benutzen Button kann der Knirps greifen und verschieben beispielsweise Schalter aktivieren.

 

 

Die Entwickler beschreiben Limbo als Die And Error. Richtig gelesen, Die nicht Try. Und damit wird der Kern genau getroffen, denn spätestens nach wenigen Minuten segnet der Protagonist zum ersten mal das Zeitliche und es werden noch viele weitere Tode folgen, makaber und grausam in Szene gesetzt. Diese sind aber nicht tragisch, denn man wird nach Ableben unmittelbar wieder vor das letzte Minirätsel gesetzt. Stichwort Minirätsel, vielleicht kann man so das Spielprinzip beschreiben. Man wandert mit dem Jungen durch den Wald und schlendert von einer Miniaufgabe in die nächste bevor es weiter geht mit der Reise. Dabei muss man das Kerlchen leider auch des Öfteren sterben lassen, denn nur so ergeben sich Lösungswege für eine Aufgabe. Im weiteren Spielverlauf nimmt der Schweregrad der Sprung- und Schalterrätsel deutlich zu, so dass dem Spieler hier und da einiges an Grips abverlangt wird. Dabei wird Limbo aber niemals unfair, vielmehr ergibt sich durch das dauerhafte Ableben des Kindes ein Novum, dass Minirätsel in einem neuen Licht erstrahlen lässt und man angespornt wird, den nächsten Versuch zu wagen.

 

Grafik & Sound

Die minimalistische Grafik verzichtet auf Farben und kommt schwarz weis daher. Und genau das macht Limbo zu einem so fesselnden und gruseligen Spiel. Die schön gezeichneten Texturen, Nebeleffekte und permanente leichte Unschärfe sorgen für Momente mit Gänsehaut. Der Sound ist ebenfalls sehr spärlich. Im Wald erleben wir ein typisches Feeling mit Vogelstimmen, während wir später im Dorf und einer alten Industrieanlage mit entsprechender Kulisse verwöhnt werden. Trotzdem er spärlich ist, tut der Sound sein Übriges und trägt zur beklemmenden Atmosphäre bei.

 

 

Fazit

Limbo fesselt von Anfang bis Ende. Dichte, beklemmende Atmosphäre sorgen für Gruselfeeling, Momente der Überraschung und das Mitfühlen beim Sterben des Kindes sind ständige Begleiter auf der Reise, einen Weg aus diesem verfluchten Wald zu finden. Die phantastische Grafik, fernab von Hightech Standards, und der gut inszenierte Sound runden das Spiel nahezu perfekt ab. Einzig die Spielzeit mit ca. 4h ist durchwachsen und ein Wiederspielwert ist ziemlich gering.

Aber wenn man als Spieler mit verschwitzten Fingern sein Gamepad weiterhin in der Hand hält, weil man einfach weiter spielen möchte, dann weiss man, dass man einen guten Titel erwischt hat. Kaufen!

 

 

Limbo wird per Download im PSN und Xbox Marketplace angeboten, für die Xbox 360 steht weiterhin eine Diskversion (Trials HD, Splosion Man, Limbo) zur Verfügung.